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Abnehmen mit der Atkins Diät: Was steckt dahinter? Wie gesund ist die Diät für den Körper?

Abnehmen mit der Atkins Diät: Was steckt dahinter? Wie gesund ist die Diät für den Körper?

Als der Mediziner Dr. Robert C. Atkins im Jahre 1970 sein Diät Buch veröffentlichte und darin eine zu 100% funktionierende und gleichzeitig lebensverändernde Ernährungsweise anpries, sorgte dies für eine weltweite Welle der Begeisterung aber auch der Kritik.

Die Atkins Diät stellt eine Ernährungsform nach dem Low-Carb Prinzip dar, bei der Fette und Eiweiße in unbegrenzten Mengen konsumiert werden können, wohingegen Kohlenhydrate und zuckerhaltige Lebensmittel strikt untersagt sind.

Bei keiner Diät bzw. Ernährungsform ist das verkündete Erfolgsversprechen so groß wie hier. „Du wirst schlank, energiegeladen und deutlich attraktiver“ lauten die Stimmen aller, die sich durch den harten aber offensichtlich effektiven Dschungel dieser Ernährung gekämpft haben.

Promis wie Kim Kardashian, Megan Fox oder Matthew McConaughey bringen sich mit Fetten und Eiweißen problemlos und schnell mal für die nächste Filmrolle in Form. Die einzige, wirklich schwere Anforderung lautet: eiserne Disziplin!

 

Was ist die Idee hinter der Atkins Diät?

Laut Dr. Atkins zielt diese Art der Ernährung darauf ab, die zum leben benötigte Energie nicht wie üblich aus den Kohlenhydraten zu ziehen, sondern aus dem Fett. Bekommt der Körper keine Kohlenhydrate, verwandelt sich das vorhandene Körperfett in Glycogen und der Fettabbau wird durch die Ausscheidung von sogenannten Ketonkörpern beschleunigt. Dieser Vorgang nennt sich dann Ketose und stellt einen sehr erstrebenswerten Zustand für die Teilnehmer dieser Diät dar, weil im Rahmen dieser Ketose die Fettverbrennung auf Hochtouren läuft.

Zusammengefasst also wie folgt: Wenn der Körper seine zwingend notwendige Energie nicht aus Kohlenhydraten ziehen kann, muss er es aus dem vorhandenen Fett tun. Dies wiederrum kann dann zu einer effektiven und rasanten Gewichtsabnahme führen, die durch einige Sportarten weiter begünstigt wird.

 

Wie funktioniert die Atkins-Diät? – Die vier Phasen!

Die Diät des amerikanischen Erfinders ist in vier aufeinander folgende Phasen eingeteilt. Für den optimalen Erfolg sollten diese Phasen vollständig ausgeführt und nicht einfach übersprungen werden.

Vor Beginn dieser extremen Diät empfiehlt es sich, Rücksprache mit seinem Arzt zu halten und ihn um eine Betreuung während dieser Zeit zu bitten. Schließlich sollte man sich absichern, dass man gesundheitlich in der Lage ist, diese Diät ohne Schaden durchzustehen.

Eine Betreuung ist sinnvoll, um eine negative Veränderung der Blutwerte umgehend feststellen zu können, bevor es zu gravierenden oder gar lebensgefährdenden Herz-Kreislauf Erkrankungen kommen kann.

  • Einleitungsdiät – die erste Phase

    Die erste Phase nennt sich auch „Einleitungsdiät“ und dauert in der Regel 14 Tage. Bei dieser wohl härtesten Programmphase verliert man im Schnitt 8 – 12 % seines Ausgangsgewichts. In dieser Zeit sieht das Programm vor, dass täglich nicht mehr als 20 g Kohlenhydrate gegessen werden dürfen.

    Wer nun denkt, dass bei den 20 g Kohlenhydraten ja wenigstens eine oder zwei Kartoffeln erlaubt sind, täuscht sich allerdings. Die erlaubte Menge an Kohlenhydraten sollte in Form von Salat oder Gemüse zu sich genommen werden. Denn auch wenn man es als Laie nicht vermutet, haben auch Tomaten und Co. einen Teil an Kohlenhydraten.

    Damit der Körper in dieser Zeit optimal mit Mineralien und Aminosäuren versorgt ist, sollten vor allem Fleisch und Eier auf dem Speiseplan stehen. Aber auch Soja Produkte können zweifelsfrei in den Ernährungsplan der ersten Phase integriert werden.

  • Grundlegende Reduktionsdiät – die zweite Phase

    An Phase 1 schließt die 2. Phase, die sogenannte “grundlegende Reduktionsdiät”, an. Möglich sind jetzt auch wieder nährstoffreiche Kohlenhydrate wie zum Beispiel Beeren oder Hülsenfrüchte. Während dieser Phase sollen die täglich zugeführten Kohlenhydrate pro Woche um 5 g gesteigert werden.

    In der 3. Woche des Programms (der 1. Woche von Phase 2) also auf 25 g Kohlenhydrate täglich steigern, in der 4. Woche des Programms auf 30 g täglich usw. Sobald man beobachtet, dass die Gewichtsabnahme stagniert, kann man die Kohlenhydratzufuhr ebenfalls wieder um 5 g pro Woche senken. Überprüfen Sie Ihre Fortschritte am besten mit einer Körperfettwaage und achten Sie vor allem auf die Werte für das Viszeralfett.

    Diese Phase wird von Atkins Anbetern auch die Phase der Erkenntnis genannt. Man lernt in dieser Zeit, wie viele Kohlenhydrate sein Körper pro Tag maximal aufnehmen darf um trotzdem weiter an Gewicht zu verlieren. Diese Phase kann in der Regel so lange gehen, bis man sein Wunschgewicht erreicht hat.

  • Vor-Erhaltungsdiät – die dritte Phase

    Die 3. und vorletzte Phase nennt sich die „Vor-Erhaltungsdiät“. Hier soll nur noch minimal an Gewicht verloren werden, d.h. die Gewichtsabnahme sollte nahezu stagnieren. Dafür kann die tägliche Zufuhr an Kohlenhydraten pro Woche sogar um 10 g gesteigert werden. Die Abnahme darf allerdings auch hier nicht ganz stagnieren.

  • Lebenslange Erhaltungsdiät – die vierte Phase

    Sobald das Zielgewicht erreicht ist, beginnt die vierte und letzte Phase des Programms nach Dr. Atkins. Während der „lebenslangen Erhaltungsdiät“ steigert sich die Auswahl an erlaubten Lebensmitteln wieder. Fisch, Obst und Gemüse werden beinahe unbegrenzt empfohlen. Süßigkeiten und Teigwaren jeder Art dürfen selbstverständlich auch ab und an genossen werden, sollten aber eine Ausnahme bleiben, wenn man nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen möchte.

 

Vor- und Nachteile der Atkins Diät

Wie man nach der folgenden Auflistung von Vor- und Nachteilen sehen kann, überwiegen eindeutig die Nachteile. Letzten Endes ist es allerdings jedem selbst überlassen wie er seine Gewichtsreduktion angehen will und vor allem, in welcher Zeit er dies schaffen möchte.

Fakt ist, dass vermutlich jede einseitige und unausgewogene Ernährung auf Dauer gesundheitsschädlich sein kann. Wer jedenfalls schnell und effektiv an Gewicht verlieren will und dabei ungerne hungern möchte, fährt mit Atkins vermutlich gar nicht so schlecht.

Vorteile der Atkins Diät

  1. Durch die hohe Menge an Fett werden natürlich auch einige Kalorien aufgenommen. Dies hat den unweigerlichen Vorteil, dass man selten oder gar nicht von Hungergefühlen geplagt wird.
  2. Im Netz gibt es ganze Portale auf denen man sich mit anderen Absolventen der Diät austauschen kann. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.
  3. Gut sortierte Büchereien oder Amazon bieten eine Vielzahl an Rezeptbüchern über die Atkins Diät. Die Gerichte sind in der Regel sehr einfach zu machen, nehmen nicht viel Zeit in Anspruch, lassen sich toll vorbereiten und sind außerdem ideal zum mitnehmen.
  4. Wer nicht nur sich selbst, sondern auch noch eine Familie bekochen muss, hat es mit dieser Diät ebenfalls ziemlich leicht. Auch Kinder können Fleisch oder mit Sahne zubereitete Speisen essen. Ein paar Kartoffeln oder Nudeln für die Liebsten dazu und alle sind zufrieden.

Nachteile der Atkins Diät

  1. Pro Tag wird eine große Menge an tierischem Fett gegessen. Dies kann zu schlechten Blutwerten führen.
    Grade zu Beginn dürfen nur geringe Mengen an Obst und Gemüse gegessen werden, was zu einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Vitaminen führen kann.
  2. Weil dem Körper während dieser Diät kaum Ballaststoffe zugefügt werden, kann sich die Verdauung verschlechtern oder gar ganz ausbleiben. Folge können schlimme Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen sein.
  3. Die Atkins Diät ist eine reine „Fleischfresser“ Ernährung und demnach für Vegetarier oder Veganer absolut ungeeignet.
  4. Durch die recht einseitige Ernährung werden den Absolventen des Programms zusätzliche Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen empfohlen. In Form von Nahrungsergänzungsmitteln sollen diese dem Körper zugefügt werden. Die empfohlenen Mengen übersteigen in der Regel allerdings die medizinisch unbedenklichen Höchstmengen.
  5. Man hat auf Grund der hohen Fettzufuhr ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose oder gar einen Herzinfarkt.
  6. In der Regel ist es unmöglich seine Kohlenhydratzufuhr ein Leben lang auf ein Minimum zu beschränken. Wenn dies nicht mehr zu leisten ist, droht wie bei jeder einseitigen Ernährung der gefürchtete Jojo – Effekt und man ist schnell wieder bei seinem alten Gewicht oder sogar darüber.
  7. Die Atkins Diät stammt ursprünglich aus den USA und findet dort immer noch deutlich mehr Anhänger als bei uns in Europa. Die Rezepte und die Zutaten sind demnach oft auf den amerikanischen Markt angepasst, was den Einkauf hier bei uns schwierig und vor allem kostspielig machen kann.

 

Kritik an der Atkins Diät

Wie viele Ernährungsformen ist auch die Atkins Diät umstritten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisiert sie als zu einseitig und möglicherweise sogar als gesundheitsschädlich, da es sich bei einem aufgenommenen Fettgehalt von weit über 50 % nicht um eine ausgewogene und gesunde Ernährung handeln kann.

Es gibt einige Langzeitstudien die diese und andere Formen der Low Carb Ernährung als unbedenklich einstufen. Andere Forschungsergebnisse wiederrum belegen, dass es bei dieser drastischen Art der Ernährung zu extremen Belastungen der Nieren sowie zu Gewebe– und Gefäßschädigungen kommen kann. Außerdem ist hierbei die Erkrankung Gicht ein großes Thema, von dem Ärzte in der Vergangenheit berichtet haben.


Bildnachweis: Thinkstock / ValentynVolkov