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Genauigkeit Körperfettwaage – Wie genau sind die Ergebnisse von Körperfettwaagen?

Genauigkeit Körperfettwaage – Wie genau sind die Ergebnisse von Körperfettwaagen?

Körperfettwaagen sind ein gutes Mittel, um den Gesundheitszustand des eigenen Körpers und gewissermaßen auch das eigene Fitnesslevel zu bestimmen – denn je eher der Körperfettanteil den Idealwerten entspricht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an typischen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken.

Und auch für Sportler ist es interessant, die Ergebnisse von konsequentem Training und disziplinierter Ernährung immer wieder zu messen. Es gibt also viele Situationen, in denen eine Analysewaage angebracht ist – doch wie steht es um die Genauigkeit der ermittelten Werte von Körperfettwaagen?

Wie genau eine solche Waagen den Körperfettanteil und andere Werte bestimmen kann und von welchen Faktoren die Genauigkeit abhängt, wollen wir mit diesem Artikel veranschaulichen.
 

Welche Probleme gibt es bei der Messung?

Analysewaagen messen die Zusammensetzung des Körpers – also den Anteil an Fett, Muskeln und Knochen – durch schwache Stromimpulse, die durch den Körper fließen.

Modelle, die nur über Elektroden an der Bodenplatte verfügen, leiten den Strom lediglich von Fuß zu Fuß und messen damit nur die Zusammensetzung der Beine. Die entspricht allerdings nur in den seltensten Fällen den Anteilen des gesamten Körpers, denn Bauch, Brustbereich und Arme unterscheiden sich im Fettanteil teilweise sehr stark.

Frauen lagern Fett besonders häufig an den Beinen an, während Männer vor allem am Unterbauch Probleme mit Fettpölsterchen haben. Die Messwerte können deshalb vom tatsächlichen Wert stark abweichen. Um das zu verhindern, haben die Hersteller allerdings auch Geräte mit anderen Möglichkeiten zur Fettmessung im Angebot.
 

Handgriff für genauere Messung

Analysewaagen, die zusätzlich zu den Elektroden an den Füßen einen ausziehbaren Handgriff mit Messpunkten haben, schicken den Strom nicht nur durch die Beine, sondern decken auch den Oberkörper mit ab. Das hat zur Folge, dass die Ergebnisse genauer werden und den tatsächlichen Werten sehr nah kommen.

Durch immer neue Entwicklungen versuchen die Hersteller außerdem, den Körperfettanteil und die Zusammensetzung des Körpers immer genauer zu bestimmen. Die Analysewaage Tanita BC 601 zum Beispiel schickt gleich zwei Stromimpulse nacheinander durch den Körper.

Der erste läuft an den Zellen vorbei, während der zweite sie durchdringt – so ist eine noch genauere Messung möglich, da für die Berechnung mehr unterschiedliche Werte zur Verfügung stehen als bei den Standardgeräten, die nur einen Stromimpuls nutzen.

Außerdem eingesetzt wird die Messung über fünf verschiedene Wege. So wird von Hand zu Hand, Fuß zu Fuß, überkreuz von Hand zu Fuß und von der linken Hand zum linken Fuß gemessen. Aus allen einzelnen Ergebnissen errechnet die Analysewaage dann Werte, die der Realität sehr nahe sind.
 

Äußere Einflüsse verfälschen das Ergebnis

Schon Kleinigkeiten können die Ergebnisse bei der Messung verfälschen. So können nasse Hände oder Füße, die Tageszeit und die Aktivität der letzten Stunden die gemessenen Werte stark verändern.

Wer sich morgens mit trockenen Händen und leerem Magen auf die Waage stellt, wird einen anderen Wert gezeigt bekommen als nach dem Nachmittagsworkout mit verschwitzten Händen und einer Flasche Wasser im Magen.

Um möglichst genaue Messergebnisse zu erreichen, sollten deshalb immer möglichst gleiche Bedingungen herrschen. Am besten funktioniert das, wenn morgens zeitnah nach dem Aufstehen gemessen wird.

Hier gilt es, das Frühstück und die Dusche warten zu lassen und direkt nach dem Wasserlassen auf die Analysewaage zu steigen, um immer wieder die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.
 

Ist eine exakte Messung überhaupt möglich?

Zum aktuellen Stand der Technik ist es nicht möglich, den Körperfettanteil zu einhundert Prozent genau zu messen – denn die Geräte für den Heimgebrauch sind immer kleinen Schwankungen, Ungenauigkeiten und den Umwelteinflüssen unterworfen.

Doch beim Einsatz einer Analysewaage soll es gar nicht darum gehen, einen absolut exakten Wert zu ermitteln.

Sie dienen vielmehr als Kontrolle für Fettverbrennung und Muskelaufbau. Denn es lässt sich mit ihnen problemlos überprüfen, ob der Gewichtsverlust wie gewünscht aus Fett besteht oder ob das Plus auf der Waage wirklich mit zusätzlicher Muskelmasse zusammenhängt.

Klinisch genaue Messungen sind kaum möglich – auch wenn Geräte wie die Tanita Analysewaagen selbst in Arztpraxen zum Einsatz kommen.

Für den Heimgebrauch liefert Omron dagegen ein passendes Modell, das alle wichtigen Funktionen unterstützt und exakt genug misst, um Fortschritte zu erkennen und richtig zu deuten.
 

Wie sieht die perfekte Messung aus?

Damit bei der nächsten Messung mit der Analysewaage ein möglichst genauer Wert herauskommt, liefern wir hier eine kurze Anleitung für das richtige Messen – der wichtigste Aspekt dabei: Jedes mal, wenn die Waage benutzt wird, wird exakt das gleiche „Ritual“ durchlaufen – das gewährleistet, dass die Werte optimal miteinander verglichen werden können.

  1. Gerade aufgestanden? Dann geht es jetzt für kleine Jungs – anschließend Hände waschen und gut abtrocknen, auch die Füße sollen trocken sein.
  2. Auf die Waage stellen, den Handgriff locker vor dem Körper halten und die Muskeln bewusst entspannen. Schon ein angespannter Körper kann das Ergebnis verfälschen.

Mehr ist nicht zu beachten – in zwei Schritten kann das Messergebnis optimiert werden. Wichtig ist, dass vor dem Gang auf die Waage nicht gegessen oder getrunken wird, da schon das das Ergebnis verfälschen könnte.

Es kommt außerdem nicht primär darauf an, das Messergebnis möglichst realistisch zu gestalten – wichtig ist vor allem, dass die Ergebnisse aller Messungen miteinander vergleichbar sind. Und das wird nur durch immer gleiche Voraussetzungen möglich.
 

Fazit zur Genauigkeit von Körperfettwaagen

Bei der Messung der Körperzusammensetzung mit einer Analysewaage kann es zu teilweise starken Abweichungen kommen – vor allem dann, wenn nur an den Füßen Elektroden vorhanden sind, da dann nur der Körperfettanteil der Beine bestimmt werden kann.

Im Test schneiden deshalb Waagen mit zusätzlichem Handgriff besonders gut ab, da diese eine Messung über den gesamten Körper ermöglichen.

Da schon kleinste Faktoren eine Messung verändern können, ist eine hundertprozentig exakte Bestimmung der Werte technisch nicht möglich – das ist aber nicht schlimm, denn es kommt vor allem darauf an, dass die Werte der einzelnen Messungen verglichen werden können. Dazu müssen immer wieder die gleichen Voraussetzungen geschaffen werden – deshalb am besten direkt nach dem Aufstehen auf die Waage steigen.

Am Ende kommt es also nur bedingt auf exakte Genauigkeit an – der Vergleich einzelner Ergebnisse ist entscheidend. Denn eine Messung alleine ist nicht aussagekräftig; Wirklich hilfreich ist eine Analysewaage, um Fortschritte zu messen und zu bewerten.


:Bildnachweis: Thinkstock / oonal