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Körperfettanteil ermitteln – Welche Möglichkeiten gibt es?

Körperfettanteil ermitteln – Welche Möglichkeiten gibt es?

Bin ich dick? Über Jahrzehnte konnte vermeintlich allein die Personenwaage auf diese Frage eine korrekte Antwort geben. Mittlerweile weiß man jedoch, dass das reine Körpergewicht in Kilogramm nur bedingt Aufschluss über den Fitness- und Gesundheitszustand eines Menschen geben kann.

Selbst der vielfach als ultimativer Gradmesser angeführte Body Mass Index (BMI) “irrt” nicht selten. Weil Muskeln einerseits schwerer sind als Fett, andererseits aber auch für einen hohen Aktivitätsgrad und damit für einen guten Fitnesstand sprechen, muss man schon alternative Wege finden, um einen Menschen zu “durchleuchten”.

Die Ermittlung der Körperzusammensetzung gilt mittlerweile als aussagekräftigster Gradmesser. Wichtigster Parameter ist dabei die Bestimmung des Körperfettanteils. Optional vervollständigen die Ermittlung des Muskelanteils, des Körperwasseranteils oder des Knochengewichts das Mosaik zu einem detaillierten Bild.

Ein Körperfettanteil von 10 bis 12 Prozent bei einem 30 Jahre alten Mann und von rund 20 bis 24 Prozent bei einer gleichaltrigen Frau gelten generell als gute Werte. Fällt der Körperfettwert darunter, tritt die Bauchmuskulatur in Form eines Sixpacks hervor.

Es ist allerdings Augenmaß geboten: Der Versuch, seinen Körperfettwert immer weiter zu reduzieren, kann im Extremfall den Hormonhaushalt beeinflussen und die Gesundheit nachhaltig schädigen.
 

Mit welchen Methoden kann ich meinen Körperfettanteil ermitteln?

 

1.) Bioelektrische Impedanz-Analyse – Körperfett-Waage

Die Bioelektrische Impedanz-Analyse (BIA) ist ein modernes Verfahren zur Ermittlung des Körperfettanteils. Es wird im medizinischen Bereich, aber auch bei handelsüblichen Körperfettwagen eingesetzt.

Mittels Wechselstrom wird der Körperfettanteil, der Muskelanteil und der Körperwasseranteil an der Gesamtmasse des Körpers ermittelt. Dieses Verfahren funktioniert, weil die genannten Stoffe eine unterschiedliche Durchlässigkeit für Strom haben.

Die Werte sind präzise, allerdings kann die Ernährungsweise in den Stunden vor der Messung die Resultate beeinflussen. Probanden sind damit zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber verpflichtet.

Generell gilt: Körperfettwaagen mit Elektroden in Fußfläche und Handfläche liefern die besten Werte, weil Ober- und Unterkörper vermessen werden.

 

2.) Caliper Hautfalten-Messung

Bei diesem traditionellen Verfahren wird die Hautfaltendicke an verschiedenen Körperstellen (z.B. Bauch, Brustfalte, Achselfalte) mit einem Messschieber ermittelt. Mithilfe einer Formel kann man anhand dieser Daten ein anschließend einen recht präzisen Körperfettwert ermitteln.

Besonders wichtig: Die Caliper Hautfalten-Messung muss allerdings stets an der gleichen Stelle vorgenommen werden, um Schwankungen bei den Ergebnissen zu vermeiden.

 

3.) Bauchumfang messen

Das Messen des Bauchumfangs auf Nabelhöhe mit einem Maßband ist das simpelste Verfahren zur Ermittlung des Körperfettanteils. Probanden dürfen den Bauch nicht einzuziehen und sollten eine natürliche Haltung einzunehmen, um die Werte nicht zu verfälschen.

Mit einer speziellen Formel für Männer und für Frauen lässt sich der Körperfettanteil mit dieser Methode allerdings nur näherungsweise ermitteln. Dafür lässt sich das Verfahren ohne großen Aufwand und Vorkenntnisse durchführen.

 

4.) US Navy Methode

Bei US Navy Methode werden Geschlecht, Größe, Bauchumfang, Nackenumfang sowie Hüftumfang (nur bei Frauen) ermittelt und anschließend in eine Formel eingesetzt. Die US Navy Methode liefert dabei selten mehr als Näherungswerte. Dafür kann das Verfahren ohne Vorkenntnisse und nur mit einem Maßband sowie einem Taschenrechner durchgeführt werden.

 

5.) Nah-Infrarot-Spektroskopie

Bei der Nah-Infrarot-Spektroskopie dringen Infrarotstrahlen wenige Zentimeter in das Gewebe ein. Unterschiedliche Reflexionen geben Rückschlüsse auf die Körperzusammensetzung. Bei diesem aufwändigen Verfahren wurden in wissenschaftlichen Studien aber vermehrt Abweichungen bemängelt.

 

6.) Dual-Röntgen-Absorptiometrie

Die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA) ist eine kostspielige Methode, bei der zwei unterschiedliche Röntgenquellen eingesetzt werden, welche die Gewebezusammensetzung der bestrahlten Körperregion separat ermitteln. Die Ergebnisse werden dann zu einem Gesamtwert verrechnet. Die Strahlung ist viel geringer als bei einer Röntgenmessung der Knochen, deswegen besteht nur ein geringes Gesundheitsrisiko.

 

7.) Hydrostatisches Wiegen

Beim hydrostatischen Wiegen wird der Proband an Land und im Wasser vermessen. Das Verhältnis von Körpermasse zum verdrängten Wasser gibt dabei Aufschluss über die Körperzusammensetzung. Die Methode ist aufwendig und kostspielig. Für den Normalverbraucher ist sie damit völlig unpraktikabel.

 

8.) Body Metrix (Ultraschall)

Hinter dem Markennamen Body Metrix verbirgt sich nichts anderes als die Körperfettmessung via Ultraschall. Hierbei wird der Proband mit hochfrequenten Signalen bestrahlt. Die Reflexion der Schallwellen erlaubt Rückschlüsse auf den Körperfettanteil.

Ein Body Metrix Gerät kostet etwa 2000 Euro und ist damit keine realistische Alternative zu einer Körperfettwaage. Dafür sind die Messwerte sehr präzise.

 

9.) Anthropometrie

Die alte Wissenschaft der Anthropometrie ermittelt die Körpermaße durch Waagen, Messbändern, Fotos und elektronische Bildanalysen. Bei diesen Messungen geht es in erster Linie um die Körpergröße und die Körperform. Trotzdem wird dieses Verfahren zur Ermittlung der Muskelmasse in Abgrenzung zum Fettgewebe eingesetzt.

 

Welche Methode ist die beste für Zuhause?

Einige der Methoden zur Ermittlung des Körperfettanteils sind sehr kostspielig oder zu ungenau. In den letzten Jahren haben sich vor allem die Körperfettwaagen etabliert. Dank zahlreicher Hersteller sind diese Waagen mittlerweile auch erschwinglich geworden. In unserem Körperfettwaagen Test haben wir einige dieser Modelle getestet und miteinander verglichen.


Bildnachweis: Thinkstock / adrian825