Blog

Was ist Viszeralfett und wie gefährlich ist das Bauchfett wirklich?

Was ist Viszeralfett und wie gefährlich ist das Bauchfett wirklich?

Unter Viszeralfett versteht man Körperfett, das sich zwischen den Organen, vor allem der Leber, der Bauchspeicheldrüse und dem Darm ablagert. Im Gegensatz zum Unterhautfettgewebe ist es nicht direkt zu ertasten, jedoch sorgt es für eine Vergrößerung des Bauchraums. Das Bedenkliche bei Viszeralfett: Es ist überaus gefährlich.

Menschen mit einem hohen Viszeralfett-Anteil besitzen trotz verhältnismäßig wenig Unterhautfett meist einen dicken Bauch. Dies ist nicht nur unästhetisch, sondern hat auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

 

So gefährlich ist viszerales Bauchfett

Viszeralfett setzt entzündungsfördernde Botenstoffe frei und schüttet schädliche Hormone aus. Die Folgen sind Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Hieraus entwickeln sich schwere Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfälle oder Herzinfarkte.

Die Bildung von Viszeralfett ist eine Folge von ungesunder Ernährung in Kombination mit mangelnder Bewegung. Eine übermäßige Aufnahme von Zucker und gesättigten Fetten bringt den Körper dazu, vermehrt das blutzuckersenkende Hormon Insulin auszuschütten. Dieses bewirkt eine rasche Einlagerung der aufgenommenen Stoffe in den Zellen – und zwar als Fett.

 

Apfeltyp versus Birnentyp: Männer sind besonders gefährdet

Nicht jeder Mensch ist gleich anfällig für Viszeralfett, vielmehr spielen die Gene im wahrsten Sinne des Wortes eine gewichtige Rolle. So unterscheidet die Medizin den Birnentyp (Fett lagert sich an Po, Hüften und Oberschenkeln ab) vom Apfeltypen, bei dem das Fett in erster Linie am und im Bauch ansetzt.

Beim Birnentypen befindet sich das Fett nicht zwischen den Organen, unmittelbare Gefahr ist selbst bei einem hohen Körperfettanteil nicht zwingend gegeben. In der Mehrzahl bilden Frauen den Birnentyp, während stark übergewichtige Männer häufig dem Apfeltyp angehören. Männer sind damit besonders anfällig für das gefährliche Bauchfett.

 

Maßband anlegen – Das Risiko ermitteln

Der Grad der Gefahr durch das Viszeralfett lässt sich in Zentimetern ausdrücken. Eine Messung des Bauchumfangs zwei Querfinger über dem Bauchnabel verrät, wie hoch die Gefahr von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes ist.

Bei Frauen liegt das kritische Maß bei einem Bauchumfang von 80 cm, bei Männern hat die Medizin die Risiko-Schwelle bei 94 cm angesetzt. Ab einem Bauchumfang von 88 cm (bei Frauen) und 102 cm (bei Männern) gilt das Risiko sogar als stark erhöht.

 

Körperfettwaagen helfen beim Abspecken

Spätestens mit dem Überschreiten der ersten Risikoschwelle sollten Sie aktiv werden und dem Bauchfett entgegenwirken. Eine Körperfettwaage, die neben Ihrem Körpergewicht auch verlässlich Ihren Körperfettanteil ermittelt, ist dabei neben dem Maßband der ideale Helfer. Veränderungen beim Körperfett werden auf diese Weise sofort sichtbar. Damit erhalten Sie umgehend Feedback, ob Sie auf dem richten Weg sind.

 

Dem Bauchfett entgegenwirken

Es gibt gleich zwei Wege, mit denen Sie dem viszeralen Bauchfett entgegenwirken können: eine Ernährungsumstellung und ein aktiverer Lebenswandel. Diese Kombination hat große Erfolgsaussichten, weil der Körper beim Fettabbau zunächst auf das gefährliche Viszeralfett zurückgreift, ehe er das Unterhautfett anrührt.

 

  • Komponente 1: Ernährungsumstellung

    Streichen Sie Süßspeisen, süße Getränke, Fertiggerichte und Fast Food nach Möglichkeit komplett von Ihrem Speiseplan. Diese Gerichte enthalten besonders viel Zucker und/oder schädliche gesättigte Fettsäuren. Zudem sorgen sie für einen erhöhten Insulinspiegel. Weiterhin bewirken gerade Süßspeisen oft Heißhungerattacken.

    Ernähren Sie sich bewusst und gesund. Proteine, komplexe Kohlenhydrate und gesunde Fette sind nun die wichtigsten Makronährstoffe für Sie. Unverarbeitete Naturprodukte sind die besten Nahrungsquellen, weil sie neben wichtigen Nährstoffen auch viele Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthalten. Ein Ernährungsprotokoll kann Ihnen gerade am Anfang helfen, diszipliniert zu bleiben.

    Gute Nährstoffquellen zum Abnehmen sind:

    Proteine:
    – Hähnchenfleisch
    – Fisch
    – Milchprodukte
    – Eier
    – Soja
    – Hülsenfrüchte
    – Nüsse

    Komplexe Kohlenhydrate:
    – Vollkornnudeln
    – Salzkartoffeln
    – Süßkartoffeln
    – Reis
    – Haferflocken
    – Bohnen
    – Kleie
    – viele Obst- und Gemüsesorten

    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren:
    – Olivenöl
    – Leinöl
    – Fettreiche Fische
    – Nüsse

    Empfohlene Getränke:
    – Mineralwasser
    – Ungesüßte Tees
    – Ungesüßter Kaffee (in Maßen)

    Lesen Sie auch: Körperfettanteil reduzieren – Grundlagen für die gesunde Ernährung

  •  

  • Komponente 2: Mehr Bewegung

    Sie müssen nicht gleich einen Marathon ins Auge fassen, wenn Sie über zu viel Viszeralfett verfügen. Bereits kleine Maßnahmen bringen Ihren Stoffwechsel und damit auch Ihren Kalorienverbrauch auf Trab – der erste Schritt zum Fettabbau und zu einem gesünderen Dasein ist damit bereits getan.

    Mehr Bewegung im Alltag:

    • Kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad bestreiten anstatt mit dem Auto.
    • Treppe statt Fahrstuhl benutzen.

    Ein Sportprogramm aufnehmen:

    • Krafttraining an geführten Geräten kurbelt den Kalorienverbrauch an. Zudem führt das Muskelwachstum zur Erhöhung des Kalorien-Grundumsatzes. Der Körper verbrennt so auch im Ruhezustand mehr Energie.
    • Schwimmen ist perfekt für übergewichtige Menschen, weil das Wasser einen Großteil des Körpergewichts trägt. Knochen, Sehnen und Gelenke werden so kaum belastet. Zudem trainiert Schwimmen aufgrund des hohen Wasserwiderstands gleichermaßen Kraft und Ausdauer. Gute Alternativen: Aqua Jogging oder Wassergymnastik.
    • Workout auf dem Crosstrainer: Der gesamte Körper wird benötigt, um den Widerstand zu überwinden. Geführte Bewegungen sorgen für Entlastung der Gelenke.
    • Fahrrad fahren oder Training auf dem Ergometer: Erstklassiges Ausdauertraining, bei dem außerdem die untere Körperhälfte gekräftigt und gestrafft wird. Durch Sitzen auf dem Sattel wird die Gelenkbelastung minimiert.
    • Jogging/Walking: Effektive Sportarten zum Abnehmen wegen des hohen Kalorienverbrauchs. Gewisse Risiken entstehen durch die hohe Gelenkbelastung.

     
    Lesen Sie auch: Körperfettanteil reduzieren – Welche Sportarten eignen sich am besten?


Bildnachweis: Thinkstock / wildpixel